[F1] Abschießend nochmal zwei Punkte geholt

Steinheim-Kleinbottwar: Am Sonntag ging eine Ära zu Ende. Zum letzten Mal liefen die Frauen I der HG Steinheim-Kleinbottwar als solche auf, ehe sie im nächsten Jahr als HABO SG unter neuem Namen und in neuen Farben Handballspielen werden. In der Bottwartalhalle belohnten sie sich für die erfolgreiche Runde im Derby gegen den TV Mundelsheim mit 24:22 nochmal mit einem Sieg.

Vorstand Bernd Rempfer brachte es in seiner kleinen Abschlussrede auf den Punkt: „Ihr habt die ganze Zeit um die goldene Ananas gespielt. Trotzdem habt ihr eine tolle Saison hingelegt.“ Tatsächlich blicken die Frauen I auf ein turbulentes Jahr zurück. Nach dem Abstieg aus der Landesliga fand man sich zum Vorbereitungsbeginn im Juni nicht nur in der Bezirksliga wieder, sondern stand überraschend auch ohne Trainer da. Janine Zieker nahm sich der Aufgabe an. Den Spagat zwischen Spielen und Coachen meisterte sie glänzend, bis sie sich schwangerschaftsbedingt ganz auf Letzteres konzentrieren konnte. Uwe Roth, der aus dem Ruhestand ins Trainerdasein zurückgeholt wurde, stand ihr dabei als Co-Trainer zur Seite. Danke für euren Einsatz! Ihr habt einen tollen Job gemacht. Zu Dank sind die Frauen auch Claus Arndt verpflichtet. Auswärts wie daheim hat er sich für sie an den Zeitnehmertisch gesetzt – alles andere, als eine Selbstverständlichkeit, die man nicht genügend schätzen kann.

Und zu guter Letzt darf man sich auch mal selbst loben. Das hat doch ganz gut hingehauen! Denn wie Rempfer sagte, ging es hinsichtlich der kommenden Fusion von Anfang an um nichts als den Spaß an der Freude. Schließlich war ein Aufstieg nicht möglich, der Abstieg hingegen sehr unwahrscheinlich. Umso schöner, dass man die Saison auf dem zweiten Tabellenplatz abschließen konnte. Vor allem auf die Rückrunde, in der man nur dem ungeschlagenen Meister aus Backnang/ Oppenweiler unterlag, darf die HG zufrieden zurückblicken.

Bereits vor dem gestrigen Spiel gegen Mundelsheim standen die Endplatzierungen beider Teams fest. Da der schwache Auftritt aus dem Hinspiel jedoch Wiedergutmachung forderte, sollte nochmal ein Sieg her. Entsprechend motiviert startete die HG in die Partie, verfiel aber schnell in alte Muster: Verschlafene Abwehr, zu viele Einzelaktionen und die Neigung, die gegnerische Torhüterin zur Königin zu schießen. Das gefiel Übungsleiterin Zieker gar nicht. „Wenn wir die Kontertore nicht hätten, würden wir deutlich zurückliegen!“, rügte sie in ihrer Auszeit in der 15. Minute beim Spielstand von 5:6. Danach wurde es zwar im Angriff zunächst nicht besser (immerhin wurde cleverer geworfen), aber die Abwehr stabilisierte sich und die ohnehin gut aufgelegte Torhüterin Jessica Goebel fand noch besser in die Partie. Dadurch musste die HG bis zur Halbzeit nur noch zwei Gegentore hinnehmen. Beim Spielstand von 12:8 ging es dann in die Kabinen.

Dass die Luft bei der HG raus war - nicht konditionell, aber mental - merkte man deutlich. Sicherlich ging sie es nach Wiederanpfiff ein bisschen zu locker an. Gerade die Chancenauswertung ließ zu wünschen übrig. Genauso gewährte die Abwehr dem Mundelsheimer Spiel viel zu viel Raum. Dennoch wurde der Vier-Tore-Vorsprung bis zur 50. Minute aufrechterhalten. Dann verkürzten die Gäste nochmal auf 22:20, dass die HG das Spiel nicht mehr aus der Hand geben würde, war aber spürbar. Wenige Minuten vor Schluss entschärfte das Torhütergespann zwei Siebenmeter in Folge. Das allerletzte Tor für die HG war Sarah Bernhardt vergönnt. Geschenkt, dass Mundelsheim zuletzt noch Ergebniskosmetik betrieb – die Revanche war geglückt und der Abschluss würdig.

Für die HG spielten: Arndt und Goebel im Tor; Attaguile (1), Bernhardt (3), Fröhlich (2), Hegendorf (1), Kachelmuß (1), Leißa, Nandelstaedt (2), Roth, Sautter (1), Scholl (5), Sturm (5/3), Zuddas (3)

© HG Steinheim-Kleinbottwar | Carina Scholl, vom 17.04.2019
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